AllgemeinKunstSchulleitung

Q3 erlebt Architektur live

Besuch in der Sparkasse Schlüchtern

Am 28. Oktober 2025 besuchte die Q3 im Rahmen des Kunstunterrichts die Sparkasse Schlüchtern. Der Leiter des Hauses, Herr Priemer, führte die Schülerinnen und Schüler persönlich durch das Gebäude und gab dabei einen ausführlichen, anschaulichen und zugleich sehr unterhaltsamen Einblick in das architektonische und gestalterische Konzept des Hauses. Vortrag und Rundgang ergänzten sich ideal, sodass die Gruppe einen unmittelbaren Eindruck davon erhielt, wie (Innen-) Architektur in der Praxis funktioniert.

Im Zentrum standen die Leitgedanken der Um- und Neugestaltung: Kundenzufriedenheit, Mitarbeiterzufriedenheit und Nachhaltigkeit. Diese wurden architektonisch und organisatorisch sichtbar umgesetzt – und boten viel Gesprächsstoff.

Viel Gesprächsstoff!

Fragen zur Identifikation

Besonders auffällig war das Arbeitsplatzkonzept: Es gibt offene Arbeitsplätze ohne Türen, die täglich gewechselt werden können. Dadurch entsteht ein moderner und flexibler Arbeitsalltag. Gleichzeitig dürfen jedoch keine persönlichen Gegenstände auf den Tischen verbleiben, was für viele Schülerinnen und Schüler zunächst ungewohnt oder sogar befremdlich wirkte – denn der Arbeitsplatz bleibt so bewusst neutral, aber auch anonym. Die Neutralität zeigt sich auch in den wenigen geschlossenen Räumen wie die „Telefonzelle“ für vertrauliche Telefonate oder dem Ruheraum. Dieser Aspekt regte Fragen zur Identifikation mit Arbeitsräumen und zur Balance zwischen Effizienz und persönlicher Atmosphäre an.

Ebenfalls bemerkenswert war das Fehlen von Pflanzen im gesamten Gebäude. Diese Entscheidung wurde mit geringem Pflegeaufwand, klaren Strukturen und dem Wunsch nach einfachen, gut sauber zu haltenden Räumen begründet. Auch hier ergaben sich interessante und kritische Überlegungen zur Frage: Wie viel Natürlichkeit oder „Wohnlichkeit“ braucht ein Arbeitsraum?

Kunden- & Besprechungsräume

Ganz anders bewertete die Gruppe die Kundenräume: Hier überzeugten Farbkonzept, Materialwahl und Lichtführung, die gemeinsam eine Wohlfühlatmosphäre schaffen. Jeder Besprechungsraum ist zudem individuell gestaltet und greift Orte aus der regionalen Umgebung auf. Kundinnen und Kunden sollen sich dadurch „abgeholt“ und mit der Heimat verbunden fühlen – ein Gedanke, der bei den Schülerinnen und Schülern sehr positiv ankam.

Beim Punkt Nachhaltigkeit überzeugte die Umstellung auf Digitalität im gesamten Gebäude. Dadurch werden Schränke, Papierakten und große Mülleimer überflüssig – was man in der klaren, reduzierten Innenraumgestaltung deutlich erkennen konnte. Weniger Material, weniger Verbrauch, weniger Pflegeaufwand – nachhaltig und praktisch.

Vor Ort und auch im Anschluss diskutierten wir intensiv über Gestaltungsmittel wie Form, Farbe, Licht, Materialität, Konstruktion und viel über die Nutzbarkeit bzw. Funktion der jeweiligen Raumlösung. Manches wurde kontrovers bewertet – genau das machte den Austausch lebendig und die Exkursion gelungen. Mit diesen Eindrücken und Erfahrungen knüpfen wir direkt an die Unterrichtseinheit „Aus alt mach neu“ an. Die Schülerinnen und Schüler sind nun bestens darauf vorbereitet, in ihrer eigenen Umgebung nach Räumen oder Gebäuden zu suchen, denen sie durch gestalterische Überarbeitung ein funktionales und ästhetisches „Upgrade“ verleihen möchten.

Lebendiger Austausch

Vielen Dank, Herr Priemer!

Die Exkursion hat eindrucksvoll gezeigt: Es muss nicht immer die große Fahrt nach Frankfurt ins Museum sein. Auch direkt vor der Haustür gibt es spannende Orte, die Kunst, Design und Architektur sichtbar machen – wenn man nur bewusst hinschaut. Wir bedanken uns an dieser Stelle herzlich bei Herrn Priemer für seine Zeit, sein Engagement und die offenen Einblicke hinter die Kulissen der Sparkasse Schlüchtern.

Fotos: Bibi Heldensen, Schülerin der Q3
Text: StR’n Melissa Dietz, Kunst und Deutsch