Allgemein

„Wer ein Ziel hat, kann nicht aufhören zu lernen.“

Johann Wolfgang von Goethe zugeschrieben

So machten sich die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 13 am frühen Morgen des 18. Dezember 2025 gemeinsam mit Herrn Möller und Frau Stepan auf den Weg nach Frankfurt am Main, um am Schnuppertag der Goethe-Universität teilzunehmen.

42.000 Studentinnen und Studenten
580 Professorinnen und Professoren

Zu Beginn gab es einen Einführungsvortrag von Frau Kummert, Studienberaterin der Universität.

Nachdem der Jahrgang bereits im Frühsommer die Hochschule Fulda, Kooperationspartner der Schule, kennengelernt hatte, wurde im Vortrag schnell deutlich, dass das Studium an einer Universität einen ganz eigenen Charakter hat. Frau Kummert betonte, dass die Goethe-Universität zu den mittelgroßen bis großen Universitäten Deutschlands zählt und mehrere Campusstandorte hat. In Frankfurt studieren rund 42.000 Studentinnen und Studenten. Da es jedoch nur etwa 580 Professorinnen und Professoren gibt, betreut jede Lehrkraft im Schnitt rund 72 Studierende.

Dadurch ist das Studium an einer Universität oft anonymer und selbstständiger als an einer Hochschule und – so Frau Kummert – erfordert von den Studierenden eine hohe Frustrationstoleranz. Ungeachtet dessen sind die Studiengänge Jura, Lehramt, Medizin und Pharmazie nur an Universitäten möglich. Diese Fächer seien zugleich die einzigen, die auf einen klaren Beruf am Ende abzielen; alle anderen Studiengänge seien eher offen, sodass die spätere Berufswahl flexibel bleibt.

Beliebsten Studiengänge deutschlandweit:
BWL, Informatik, Medizin, Psychologie und Rechtswissenschaft

Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften zählt aktuell rund 6.000 Studierende und gehört damit zu den größten wirtschaftswissenschaftlichen Einrichtungen Deutschlands. Frau Kummert machte deutlich, dass insbesondere Jura und Wirtschaft sehr große Fachbereiche sind, in denen man als Studierende oder Besucherinnen und Besucher von den Professorinnen und Professoren selten persönlich wahrgenommen wird. Sie riet den Schülerinnen und Schülern, auf das eigene Gefühl zu achten, um herauszufinden, ob ein solcher Fachbereich wirklich passt.

Schwersten Studiengänge deutschlandweit:
Medizin, Jura, Maschinenbau / Ingenieurwissenschaften,
Mathematik / Physik / Chemie (MINT‑Fächer) und Pharmazie
Auf zwei Rädern: Mobilität der Studierenden

Aktuell gibt es deutschlandweit rund 23.000 Studienangebote – von Bachelor- und Masterstudiengängen bis hin zu anderen Abschlüssen an allen Hochschularten. Auch die große Auswahl an Studiengängen, die vielen Kombinationsmöglichkeiten und die Wahl von Schwerpunkten machen es jungen Menschen nicht leicht, den passenden Studiengang zu finden. Deshalb werden oft klassische Fächer wie Wirtschaft gewählt. Anhand eines Stundenplans des Fachbereichs Wirtschaft zeigte Frau Kummert, wie viel Mathematik in diesem Studiengang steckt und dass dies ein hohes Maß an selbstständigem Lernen bedeutet.

In ihrer lebendigen Vortragsweise ermutigte Frau Kummert die Schülerinnen und Schüler, sich klar darüber zu werden, wohin sie ihre berufliche und akademische Laufbahn lenken möchten.

Anschließend konnten die Schülerinnen und Schüler zwei individuell ausgewählte Veranstaltungen besuchen, um das universitäre Leben besser kennenzulernen. So streiften sie über den Campus, trafen eine ehemalige Schülerin der Schule, besuchten ein Schwedisch-Seminar oder nahmen an einer Vorlesung in Staatskunde teil. Einige machten dabei auch die Erfahrung, dass eine ausgeschriebene Veranstaltung kurzfristig ausfiel – eine praktische Lektion in Frustrationstoleranz und Selbstständigkeit.

Dieser Schnuppertag hat den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit eröffnet, Einblicke in verschiedene Fächer zu gewinnen, Kontakte zu knüpfen und zu spüren, wie vielfältig das Leben an einer Universität ist.

Wir danken Frau Kummert herzlich für ihren Vortrag, die Organisation des Schnuppertags und die interessanten Einblicke in das Universitätsleben.

Dieser Jahrgang – wie auch andere zuvor – hat bereits zahlreiche berufsorientierte Veranstaltungen erlebt, um nach der Schule eine passende und individuelle Perspektive zu finden: von Betriebspraktika, Alumni-Day und Unternehmertag über Bewerbungstrainings bis hin zu Aula-Informationsvorträgen und Besuchen der Hochschule Fulda sowie der Goethe-Universität. Nun steht auch für diese angehenden Abiturientinnen und Abiturienten die Entscheidung über die eigene Perspektive an. In Gesprächen wurde deutlich, dass einige Schülerinnen und Schüler bereits einen Vertrag für eine Ausbildung oder ein duales Studium unterschrieben haben oder konkrete Vorstellungen davon haben, was und wo sie studieren möchten. Andere überlegen noch.

Mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen kann der Jahrgang nun an die Planung seiner nächsten Schritte gehen – bereit, die für sich passende Perspektive zu wählen.

„Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden;
es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.“

Johann Wolfgang von Goethe

Fotos und Text: Gaby Stepan, BO