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Da, wo Nachrichten entstehen

und am Ende darüber lachen

Am frühen Freitagmorgen, dem 6. Februar 2026, machten sich die sehr businesslike gekleideten Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Politik und Wirtschaft der Q4 auf den Weg nach Frankfurt am Main. Ziel war das Medienhaus des Hessischen Rundfunks, wo sie einen ebenso interessanten wie abwechslungsreichen Tag verbringen durften.

Workshop „Demokratie und Satire“

Nach der Ankunft beim hr gliederte sich das Programm in einen vierstündigen Workshop mit dem Titel „Demokratie und Satire“ sowie eine anschließende Führung durch das weitläufige Gebäude. Geleitet wurde der Workshop von den hr-Journalisten Philipp Münscher und Stefan Sprang, die unter anderem in den Bereichen Satire und Comedy tätig sind. Sie führten kompetent, strukturiert und angenehm schülernah durch die Veranstaltung.

Zu Beginn wurde gemeinsam eine beachtliche Liste bekannter Satireschaffender zusammengestellt.

Comedy oder Satire?

Schnell war klar: Sowohl Satire als auch Comedy sollen am Ende für Lacher sorgen – dennoch unterscheiden sie sich grundlegend. Der aus dem Lateinischen stammende Begriff der Satire („bunt gemischtes Allerlei“) bezeichnet eine kritische Auseinandersetzung mit Ungerechtigkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, häufig durch Übertreibung.

Satire „tritt“ dabei niemals nach unten.

Im Gegensatz zur Comedy, die in erster Linie unterhalten möchte, will Satire bewusst verletzen und entlarven – und damit den Finger in gesellschaftliche Wunden legen.

Kurze Spots

Im weiteren Verlauf wurden immer wieder kurze Spots gezeigt, die anschließend gemeinsam analysiert wurden. Dabei standen Stilmittel wie Provokation, Vergleiche und Metaphern im Mittelpunkt. Spätestens als die Frage aufkam, was Demokratie eigentlich bedeutet, und Themen wie Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit angeschnitten wurden, fühlten sich viele an die Inhalte der Q1 erinnert.

Narrenfreiheit

Ein Blick in die Geschichte zeigte zudem: Narren am Hof hatten eine besondere Rolle – sie durften Kritik unterhaltend äußern, ohne dafür bestraft zu werden. In der Demokratie, so die Journalisten, steht diese „Narrenfreiheit“ grundsätzlich allen zu.

Am Beispiel des Satirikers El Hotzo erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler, wo die Grenzen der Satire liegen. Anhand ihrer eigenen Liste wurde deutlich, wie schmal der Grat zwischen freier Meinungsäußerung und einer möglichen Einschränkung des Meinungskorridors ist – und dass Satire nicht nur Mut, sondern auch Fingerspitzengefühl erfordert.

Satire bricht Tabus – und sie darf, ja muss manchmal wehtun.

Unter der Überschrift „Der Klimawandel ist auch in Deutschland angekommen. Es ist so heiß …“ entwickelten die Schülerinnen und Schüler schließlich eigene satirische Kurztexte. Dabei wurde schnell deutlich: Satire bricht Tabus – und sie darf, ja muss manchmal wehtun.

hr-Sendesaal
Filmstudios
Aufnahmestudios

Nach dem intensiven Workshop, bei dem trotz der ernsten Themen das Lachen nicht zu kurz kam, folgte ein Rundgang durch markante Räumlichkeiten des hr. Zunächst durfte der Kurs den beeindruckenden hr-Sendesaal betreten, in dem unter anderem die renommierte hr-Bigband auftritt. Entlang langer Flure ging es weiter zu den Filmstudios, die vollständig rund und weiß gestaltet sind, um unerwünschte Schatten auf den Gesichtern zu vermeiden. Dort konnten die Schülerinnen und Schüler sogar Filmvorbereitungen beobachten.

Offener Austausch mit Moderatoren

Anschließend führte der Weg zu den Nachrichtensendern und direkt in die Aufnahmestudios. Zwischen den Aufnahmen nahmen sich die Moderatoren Zeit für einen offenen Austausch mit dem Kurs.

Nach einem inspirierenden Tag im hr ging es gemeinsam noch etwas essen, bevor die Rückfahrt anstand.

Ein herzliches Dankeschön!

Unser Dank gilt dem Hessischen Rundfunk für diesen gelungenen Tag und die vielen spannenden Eindrücke. Auch wenn Satire wehtun soll, überwogen die Lacher – und die Erkenntnisse, die sicher noch lange nachwirken werden.

Fotos und Text: Gaby Stepan
Politik und Wirtschaft