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Macht, Manipulation und Blumenkohl

Schülerinnen und Schüler der Q2 im Schauspiel Frankfurt

Am 25. Februar 2026 besuchten die beiden DS-Kurse der Q2 von Frau Kuschnick und Herrn Solnitzky im Schauspiel Frankfurt das Stück „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ von Bertolt Brecht. Im Rahmen unseres Unterrichtsschwerpunkts „Postdramatik“ konnten wir dort viele theoretische Aspekte live auf der Bühne erleben.

„Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“
von
Bertolt Brecht

In seiner „Historienfarce“ zieht Bertolt Brecht eine spannende Parallele zwischen dem Aufstieg Adolf Hitlers und der Karriere eines Gangsters im Chicago der 30er-Jahre. Anstatt echter Politik geht es vordergründig um einen „Karfiol-Trust“ (Blumenkohl-Händler), der in wirtschaftliche Not gerät. Der kleine Gangster Arturo Ui nutzt die Korruption der Unternehmer schamlos aus, spielt sie gegeneinander aus und errichtet schließlich ein Regime des Terrors, gegen das aus Angst niemand mehr aufzubegehren wagt.

Das Geschehen
kritisch hinterfragen

Besonders spannend war die optische Umsetzung durch das Bühnenbild und verschiedene V-Effekte (Verfremdungseffekte). Durch bewusste Brüche in der Inszenierung wurden wir immer wieder aus der Handlung gerissen, um das Geschehen kritisch zu hinterfragen, anstatt nur mitzufühlen. Diese typisch brechtianische Herangehensweise machte den „aufhaltsamen“ Aufstieg an die Macht für uns sehr greifbar und regte zur Diskussion über aktuelle Manipulationen an.Der Abend bot uns viele inspirierende Eindrücke und zeigte eindrucksvoll, wie aktuell die Warnung vor Manipulation und dem „aufhaltsamen“ Aufstieg einer Macht auch heute noch ist.

Text: Hannah Müller, Schülerin der Q2
Foto: StR’n Corinna Kuschnick