Faust im Fokus: Ein Tag auf den Spuren der Klassik in Weimar
Am Donnerstag, den 16. April 2026, machte sich der gesamte Jahrgang der Q2 auf den Weg nach Weimar. Begleitet wurden die drei Grundkurse von Frau Pfeifer, Frau Kolb, Herrn Dr. Nix und Herrn Botte sowie der Leistungskurs von Herrn Baum von strahlendem Sonnenschein, als die Reise um 7:30 Uhr am Norma-Parkplatz in Schlüchtern mit zwei Bussen begann. Nach der Ankunft gegen 10:15 Uhr war das berühmte Goethe-Schiller-Denkmal die erste gemeinsame Station. Bevor das offizielle Programm startete, blieb Zeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Die schöne Atmosphäre und die vielen kleinen Cafés in der Altstadt boten einen entspannten Einstieg in den Tag.
Das Vormittagsprogramm teilte sich auf: Während der Deutsch-LK direkt zu Goethes Gartenhaus aufbrach, besuchten die Grundkurse die „Faust-Ausstellung“ im Schiller- Museum. Diese zeigte sich als überraschend modern und interaktiv. Über zwei Etagen hinweg konnten wir uns frei bewegen und das Werk durch Videoinstallationen und Audiobeiträge neu entdecken.




Besonders die in der gesamten Ausstellung verteilten Zitate in verschiedenen Schriftarten fielen ins Auge.

Inhaltlich setzte die Ausstellung verschiedene Schwerpunkte: Im ersten Bereich standen die weiblichen Figuren wie Margarete und Helena im Fokus, während später Themen wie Natur und das „Kapitalozän“ beleuchtet wurden. Ein praktisches Highlight war die Wörter-Werkstatt, in der wir an einer Magnetwand selbst mit Begriffen experimentieren und eigene Verse zusammenbauen konnten.
Nach der Mittagspause stand für die Grundkurse die Besichtigung von Goethes Gartenhaus an. Das Gebäude, das Goethe ab 1776 als Rückzugsort und „Refugium“ diente, ist schlicht, aber eindrucksvoll. Mithilfe von Audioguides erfuhren wir Details zu den einzelnen Räumen, wie etwa dem Arbeitszimmer mit seinem markanten Stehpult. Es war faszinierend, direkt vor den Manuskripten von „Iphigenie auf Tauris“ oder dem „Erlkönig“ zu stehen, die dort ausgestellt sind.

Goethes Gartenhaus
Refugium
„Iphigenie auf Tauris“
„Erlkönig“





„Stein des guten Glücks“
An den Wänden ließen sich zahlreiche Zeichnungen und Porträts entdecken, die einen persönlichen Einblick in Goethes Umfeld gaben.
Auch der Außenbereich war Teil der Führung: Im Garten, durch den man frei laufen konnte, steht unter anderem der bekannte „Stein des guten Glücks“.
Die Kombination aus den Erklärungen des Audioguides und dem direkten Blick auf die historischen Schreibtische und Manuskripte machte Goethe als Person sowie auch sein Wirken greifbarer.
Um 17:00 Uhr hieß es schließlich Abschied nehmen von der Klassikerstadt. Nach einer ruhigen Rückfahrt erreichten wir gegen 20:00 Uhr wieder unseren Ausgangspunkt in Schlüchtern. Der Tag in Weimar hat gezeigt, dass man Literatur und Geschichte am besten dort versteht, wo sie entstanden sind!
Abschließend bedanken wir uns herzlich bei den Lehrkräften für die gelungene Planung und Durchführung des Ausflugs, der uns einen eindrucksvollen Zugang zu Literatur und Geschichte ermöglicht hat. Ebenso gilt unser Dank dem Förderverein für die finanzielle Unterstützung, ohne die dieser Besuch in Weimar nicht möglich gewesen wäre.
Text: Mia Macha, Schülerin der Q2
Fotos: StR’n Sabine Pfeifer

