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Kannten die Römer schon Pommes?

Klassenfahrt der 8abc nach Xanten (23.-25.03.2026)

Die römische Lebensweise muss auf die am Niederrhein lebenden Germanen attraktiv und faszinierend gewirkt haben. Kultur und Zivilisation der Römer waren den „Barbaren“ in vielen Bereichen weit voraus und auch kulinarisch hatten sie einiges zu bieten. Waren da vielleicht sogar Pommes bereits dabei?

Auf diese und andere Fragen erhielten 54 Latein-Schülerinnen und Schüler der Klassen 8abc Antworten auf ihrer dreitägigen Klassenfahrt nach Xanten, der einstigen Colonia Ulpia Traiana. Aufgeregt und voller Vorfreude machten sie sich am 23. März 2026 mit ihren Lehrern pünktlich um 8:00 Uhr auf den Weg und wurden, wie in den letzten Jahren, von 9 Schülerinnen und Schülern und einem Kollegen der Johannes-Kepler-Schule Neuhof begleitet.

Die gute Stimmung auf der Hinreise wurde zunächst durch einen anderthalbstündigen Stau etwas getrübt. Nach der Ankunft und dem Zimmerbezug änderte sich dies jedoch schnell wieder zum Besseren, sodass wir gut gelaunt und bei sonnigem Wetter mit der ersten allgemeinen Führung im Archäologischen Park starten konnten. Dabei gaben die Guides den Schülerinnen und Schüler einen detaillierten Einblick darüber, wie das antike römische Leben der Colonia Ulpia Traiana ablief.

Amphitheater, Thermen und Badehäuser

Zunächst erbaut als Militärlager wollte man bald mit der Ansiedlung der Familien der Soldaten den Komfort und die Lebensqualität erhöhen. Dazu erbaute man nicht nur Verwaltungsgebäude und Tempel, sondern auch ein Amphitheater, Thermen und Badehäuser, die allesamt bunt und abwechslungsreich gestaltet waren.

Römische Faszination nachempfinden

Das Erleben solcher Räume in den rekonstruierten Bauten machte dabei den Vortrag der Guides für die Schülerinnen und Schüler greifbar: So konnten sie die römische Faszination eines spannenden Kampfes um Leben und Tod gegen Gladiatoren, aber auch gegen Tiere wie Bären, Wölfe und Wildschweine im heißen Sand des gewaltigen Amphitheaters nachempfinden.

Erstaunt waren sie allerdings darüber, dass durch das Wirken fähiger Ärzte ca. 80 Prozent der Gladiatoren überleben konnten. Ebenso nachvollziehbar wurde die römische Lust am Baden in Thermen und Badehäusern.

Genuss von angenehm warmem Wasser

Neben dem Genuss von angenehm warmem Wasser und vielseitigen Wellness-Anwendungen wie Haarentfernung und Massage diente ein Thermen-Besuch jedoch auch vor allem der Körperhygiene.

Hygiene und Vermeidung von Krankheiten

Wie wichtig den Römern Hygiene und damit die Vermeidung von Krankheiten war, konnten die Schülerinnen und Schüler auch an den rekonstruierten Latrinen, die an ein ausgeklügeltes, in den Rhein mündendes Abwassersystem angeschlossen waren, sehen.

In Workshops selbst aktiv werden

Neben den Führungen durch den Park und das Museum hatten die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, selbst aktiv zu werden. Konzentriert und motiviert arbeiteten sie in den angebotenen Workshops mit. Zum einen konnten die Jugendlichen ihr Geschick und ihr Glück bei verschiedensten römischen Spielen mit Astragalen und Würfeln ausprobieren.

Viele Spiele waren für sie jedoch nicht völlig neu – auch die Römer kannten z.B. schon Formen von Mühle oder Dame. Zum anderen konnten die Schülerinnen und Schüler ihre handwerklichen Fähigkeiten unter Beweis stellen, als sie unter Anleitung einer Archäologin Gemmen schnitten oder Fibeln bogen. Gemmen sind Edelsteine, welche als Schmuck oder Ring getragen wurden und so auch als Statussymbol fungierten. Eine Fibel wiederum ist eine Art Brosche, mit der Kleidung zusammengehalten wurde. Beide Workshops verlangten von den Schülerinnen und Schülern viel Fingerspitzengefühl und Geduld, dennoch wurden sie mit sehr schönen Produkten für ihren Einsatz belohnt.

Xantener Innenstadt erkunden

Neben dem Programm im Park gab es selbstverständlich auch genügend Gelegenheiten, sich bei spannenden Fußball- oder Tischtennisspielen auszutoben oder die moderne Xantener Innenstadt zu erkunden. Gemeinsame Zeit konnten schließlich alle Schülerinnen und Schüler am Abschlussabend beim gemütlichen Grillen in der Jugendherberge zusammen verbringen. Pommes gab es da übrigens nicht. Damit erging es ihnen ähnlich wie den Germanen vor 2000 Jahren: Die Römer konnten ihnen zwar schon zeigen, wie man frittiert, allerdings kannten sie noch keine Kartoffeln, die Grundlage für Pommes.

Text und Fotos: StR’n Lorena Klipper-Müller