Campus-Flair
Der Besuch der Hochschule Fulda sowie der für den Herbst geplante Besuch der Goethe-Universität in Frankfurt haben das Ziel, den Schülerinnen und Schülern der Oberstufe unterschiedliche akademische Laufbahnen aufzuzeigen. Dadurch erhalten sie Einblicke in verschiedene universitätsbezogen Studienangebote, nachdem sie in den bisherigen BO-Modulen bereits verschiedene Praktika und Betriebe – regional und überregional – kennenlernen konnten.

Q2 besucht die Hochschule Fulda

So trafen sich die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 am Mittwoch, den 27. Mai 2026, am frühen Morgen am Schlüchterner Bahnhof. Bereits zu dieser Stunde versprach das Wetter einen schönen, sommerlichen Tag, und die aufkommende Wärme war schon deutlich zu spüren. Gemeinsam mit den Lehrkräften Frau Betz und Frau Stepan ging es anschließend mit der pünktlichen Deutschen Bahn nach Fulda. Im Vorfeld des Unterrichtsgangs hatte Frau Stepan gemeinsam mit Frau Wesner, die seitens der Hochschule Fulda die Schulkooperationen koordiniert, eine vielfältige Agenda für diesen Tag zusammengestellt.
Campusrundgang
An der Hochschule angekommen, stand zunächst ein Campusrundgang auf dem Programm. Zwischen Mensa und Bibliothek, vorbei an verschiedenen Fachbereichen und hin zum Lernzentrum konnten die Schülerinnen und Schüler einen lebendigen Eindruck von Architektur, Nutzung und Atmosphäre auf dem Campus gewinnen. Neben den historischen Hintergründen vermittelte eine ehemalige Studentin, die mittlerweile in der Zentralen Studienberatung arbeitet, wertvolle Einblicke aus erster Hand. Der ansprechende Campus, dessen Neubauten unter anderem mit dem Deutschen Hochschulbaupreis ausgezeichnet wurden, macht deutlich, warum er besondere Anerkennung genießt.







Zwei Vorlesungen
Nach der Klärung letzter organisatorischer Fragen und der Verteilung der Essensgutscheine, die ein kostenloses Mittagessen in der Mensa ermöglichten, begaben sich die Schülerinnen und Schüler der Q2 selbständig in die jeweiligen Vorlesungen. Geplant war der Besuch von zwei Veranstaltungen, für die sie sich bereits im Vorfeld entsprechend ihrer Interessen angemeldet hatten. Frau Wesner hatte das Programm so zusammengestellt, dass möglichst viele Interessensbereiche abgedeckt wurden. Im Mittelpunkt stand dabei vor allem die Frage, ob und wie ein Studium an einer Hochschule für die Schülerinnen und Schüler als möglicher Weg in Betracht kommt.
Es gab 16 verschiedene Schnupperangebote in folgenden Fachbereichen:
Angewandte Informatik, Elektrotechnik und Informationstechnik, Wirtschaft, Oecotrophologie sowie Sozial- und Gesundheitswissenschaften.
Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften mit dem Schwerpunkt Sozialrecht
In der Vorlesung im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften mit dem Schwerpunkt Sozialrecht, deren Inhalte zunächst wenig greifbar erschienen, zeigte sich im Verlauf ein besonders interessantes Themenfeld. Dabei handelt es sich um einen speziellen Rechtsbereich, der zwar nicht zur Ausübung des Richteramts qualifiziert, jedoch insbesondere auf Tätigkeiten mit und für Menschen vorbereitet. Entsprechend gilt er als vergleichsweise zukunftssicher, auch im Hinblick auf die zunehmende Bedeutung digitaler Systeme und KI, und ist derzeit im öffentlichen Dienst stark nachgefragt.
Neben den rechtlichen Inhalten spielt die Kommunikationsfähigkeit eine zentrale Rolle in diesem Berufsfeld. Der Professor verstand es, die Q2 zu motivieren, sich aktiv einzubringen, und verknüpfte dabei die theoretischen Grundlagen direkt mit praktischen Aufgaben. So arbeiteten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam am Sozialgesetzbuch und diskutierten interessiert über komplexe Fälle des Sozialrechts – ein Vorgeschmack darauf, wie spannend und herausfordernd die Arbeit in diesem Bereich sein kann.




Treiben in der Mensa
Nach der zweiten Vorlesung ging es in die Mensa, wo es zunächst galt, sich bei den verschiedenen Menüs zurechtzufinden und einen freien Gruppentisch zu finden. Obwohl Hochschulen in Hessen derzeit mit Kürzungen öffentlicher Mittel zu kämpfen haben, konnte der Kooperationspartner des UvHs dieses Angebot ermöglichen.
Vom Hochschultag bleiben vielfältige Eindrücke: So wurde im Fachbereich Elektrotechnik beispielsweise gelötet, in Wirtschaft eine Vorlesung auf Englisch besucht und im Fachbereich Oecotrophologie das Lernen über alle Sinne erfahrbar – durch Schmecken, Riechen und Fühlen. Im Fachbereich Gesundheitswissenschaften stand die Physiologie der Geburt im Mittelpunkt, während in der Angewandten Informatik komplexe Codes analysiert und entschlüsselt wurden.
Deutlich wurde auch, dass Hochschulen im Unterschied zu Universitäten in der Regel ein verpflichtendes Praxissemester vorsehen, um Studentinnen und Studenten gezielt auf den Berufsalltag vorzubereiten. Gleichzeitig zeigen sie zwar verschulte Elemente, sind jedoch – so der Sozialrechts-Professor – keineswegs im schulischen Sinne „verschult“, sondern erfordern ebenfalls ein hohes Maß an Eigeninitiative.
Ein herzliches Dankeschön!
Und nicht zuletzt bleibt ein herzliches Dankeschön an Frau Wesner und die Hochschule Fulda, die diesen aufwendigen Tag mit vielfältigen Programmpunkten organisiert und für die Schülerinnen und Schüler der Q2 ermöglicht haben.
Text und Fotos: Gaby Stepan, OStR’n
Koordinatorin Berufsorientierung

