„Parallelwelten“ und „BALLAST“ – ein Szenenprotokoll
17:30 Uhr, Montagabend
Fast 30 Schülerinnen und Schüler treffen sich in einem kleinen Raum im Kloster, um sich gemeinsam für die Bühne zu schminken. Es ist eine gute Stimmung, es wird gelacht, erzählt und das erste Lampenfieber kommt zum Vorschein.
18:00 Uhr
Das Bühnenbild wird aufgebaut, Requisiten bereitgelegt, Kostüme angezogen und die Technik getestet.
18:30 Uhr
Die zwei Kurse finden sich in separaten Räumen zusammen, um letzte Details der Generalprobe vom Vormittag zu besprechen. Aufregung liegt in der Luft. Immer wieder wird nach der Uhrzeit gefragt. Die letzten Kostüme werden angezogen
18:45 Uhr
Die Stimmbänder und die Bühnenpräsenz werden durch Aufwärmübungen trainiert. Im Kreis stehend und rufend, werden wir zu einem geschlossenen Team.
18:55 Uhr
Der Solnitzky-Kurs findet sich neben der Bühne im abgedunkelten Raum ein. Nervöse Blicke an den Aufstellern vorbei in den vollgefüllten Zuschauerraum. Es wird sich gegenseitig Mut gemacht und viel Erfolg gewünscht.
19:05 Uhr
Nele Graßl und Mia Macha eröffnen die Aufführung.
19:10 Uhr
Das erste Stück beginnt. Nach jeder ehemaligen Problemstelle wird sich hinter der Bühne gut zugesprochen. Wir freuen uns füreinander und fiebern mit jedem mit. Alles läuft glatt, jeder weiß, was zu tun ist, wir sind nicht mehr einzelne Schauspieler, sondern eine Einheit, ein Team.
19:50 Uhr
Das Werk ist vollbracht. Alle versammeln sich auf der Bühne und nehmen den wohlverdienten Applaus entgegen. Erleichterung, Freude und Glückwünsche werden ausgetauscht.
19:55 Uhr
Pause. Getränke für die trockenen Hälse. Umarmungen, Lob und Zuspruch von Bekannten und Familie. Es wird sich ein Platz im Publikum gesucht und mit Vorfreude dem nächsten Stück entgegengesehen.
20:05 Uhr
Der Kuschnick-Kurs sucht Requisiten zusammen und stellt die Lichtsettings neu ein. Aufbau und Vorbereitung der ersten Szenen. Kurze Motivation und dann Fokus.
20:20 Uhr
Das 2. Stück beginnt. Kurz nach Beginn sind wir bereits überrascht, dass es so gut läuft. Nervös neben der Bühne, aber fokussiert auf der Bühne. Nach jeder Szene gemeinsam hinter der Bühne gefreut und ausgetauscht. Szene für Szene zusammengehalten und uns gegenseitig motiviert und gelobt. Entgegen unseren Erwartungen kommt der Spaß auch nicht zu kurz.
20:50 Uhr
Alle Darstellenden versammeln sich auf der Bühne, ein Moment des Erfolges, Stolzes und Mutes.
21:10 Uhr
Gemeinsamer Abbau.



„Parallelwelten“ und „BALLAST – Wer steigen will, muss loslassen“
Am Montag, den 1. Juni um 19 Uhr fanden die lang ersehnten Theateraufführungen der DS-Kurse der Q2 in der voll besetzten Aula statt. Hinter den Schülerinnen und Schülern lag zu diesem Zeitpunkt eine intensive und anstrengende Vorbereitungszeit im zweiten Halbjahr, in der von Tränen bis zum Lachen alles dabei war.
Der Tag der Aufführung selbst war für alle Beteiligten nervenaufreibend: Nach der Probe am Morgen folgte die Generalprobe, bei der die Anspannung bei vielen schon in den Himmel schoss. Am Abend ging es dann nach dem Schminken und den Motivationsreden endlich los.
Den Anfang machte der Kurs von Herrn Solnitzky, der das Publikum mit seinem selbstentwickelten Stück „Parallelwelten“ begeisterte. Im Zentrum der Inszenierung stand ein Mann, dessen Leben sich in zwei völlig verschiedene Richtungen entwickelt. Die Szenenfolge zeigte, wie seine Zukunft verlaufen wäre, wenn sich die Dinge einmal positiv und einmal negativ entwickelt hätten. Das Stück konfrontierte das Publikum mit tiefgründigen Themen wie Überforderung, Schuld und Verantwortung und thematisierte vor allem das Verantwortungsbewusstsein am Steuer unter Alkoholeinfluss. Trotz der ernsten Thematik kam auch der Humor nicht zu kurz. Durch kreative Elemente, wie bspw. sprechende Kaffeemaschinen, wurde das Publikum bestens unterhalten. Durch das Zusammenspiel aus bitterer Realität, starker Symbolik und dramatischen Licht- und Toneffekten schuf der Kurs ein packendes Theatererlebnis.
Als die Gruppe von Frau Kuschnick mit ihrem Stück „BALLAST – Wer steigen will, muss loslassen“ im Anschluss daran an der Reihe war, schien es, als würden die Spielerinnen und Spieler alles um sich herum vergessen. In diesem Stück wurde auf kreative Weise gezeigt, wie sich Mobbing oder schlechte Erziehung negativ auf das spätere Leben der Menschen auswirken können und was das für Folgen auf ihr Verhalten oder den Umgang mit anderen Menschen hat. Nach der finalen Szene fiel passend zum Titel der gesamte Ballast von den Schülern und Schülerinnen ab. Beide Kurse waren froh und stolz, die anstrengenden Wochen mit einem so tollen Erfolg gekrönt zu haben. Rückblickend betrachtet hat es dann doch viel mehr Spaß gemacht, auf der Bühne zu spielen, als sie es sich zuvor vorgestellt hatten.



Beide Kurse bedanken sich ganz herzlich bei ihren jeweiligen Kursleitern und bei den zahlreich erschienenen Zuschauern, die die Aula mit Leben und Applaus gefüllt und diesen Abend unvergesslich gemacht haben!



Text: Elisa Mika, Sophie Hofacker, Leonard Solnitzky; überarbeitet von: StR Frank Solnitzky, Fachsprecher DS
Fotos: StR Bernd Jonas

