Von einem Kloster ins andere
Unsere Schülerinnen und Schüler sind es zwar gewohnt, in einem alten Klostergebäude unterrichtet zu werden, und sicher haben alle schon einmal von den Benediktinern gehört, die dort früher gelebt und ihren klösterlichen Alltag gestaltet haben, aber ein Kloster mit einer echten Ordensgemeinschaft zu erleben ist dann doch eine neue Erfahrung.
Orientierungstage im Bonifatiuskloster Hünfeld


Lebenssituation einer Ordensgemeinschaft
Sechzehn Schülerinnen und Schüler der Q2, die sich von dieser Möglichkeit angesprochen fühlten, haben an drei Tagen der letzten Schulwoche vor den Sommerferien viele Einblicke in die Lebenssituation einer aktiven Ordensgemeinschaft bekommen. Einer unserer beiden Referenten war Pater Bartek Cytrycki, der als Hünfelder Oblate in der kleinen Fuldaer „Filiale“ seiner Kongregation lebt. Auch wenn er sich, zusammen mit unserer Teamerin Kerstin, ganz auf die Fragen und Anliegen unserer jungen Teilnehmer eingestellt hat, war doch immer sein eigener Lebensentwurf und seine christliche Grundhaltung spürbar.
Duft verschiedener Weihrauchsorten
So begann unser Programm auch mit einem Rundgang durchs Bonifatiuskloster, und da interessanterweise auf dessen Friedhof. Wir erfuhren, dass das Leben in einer klösterlichen Gemeinschaft auch bedeutet, sich als Teil einer langen Tradition zu verstehen und an das Wirken früherer Mitbrüder anzuknüpfen. Wir erkundeten auch die Klosterkirche und die Sakristei, in der wir den Duft verschiedener Weihrauchsorten erproben konnten. Im Kreuzgang des Bonifatiusklosters sahen wir viele Exponate, die auf die weltweite Tätigkeit der Oblaten hinweisen. Oft zieht es sie an jene herausfordernden Orte, an denen das Christentum nicht gut angesehen oder weitgehend unbekannt ist.
Park mit Wasserteichen

Gedanken zum eigenen Lebensentwurf

„Brief an mich selbst“
Ein besonders wohltuender Ort auf dem Klostergelände ist der Park, in dem man sich in schöner grüner Landschaft und an Wasserteichen oder -läufen erholen und, besonders während der sehr heißen Sommertage, die wir dort erlebten, ein wenig abkühlen kann. Dort fanden nicht nur ein paar Elemente unseres Programms statt, sondern dorthin zog es auch unsere Schülerinnen und Schüler, wenn sie am Abend noch miteinander Spiele spielten oder einfach in fröhlicher Runde zusammensaßen.
Themen: Resilienz, Lebensglück und Entscheidungen
Thematisch richtete sich in diesen Tagen alles auf die Fragen aus, die die Schülerinnen und Schüler im Vorfeld geäußert hatten. Dadurch lagen wichtige Schwerpunkte beim Thema Resilienz, Lebensglück und der Kunst, Entscheidungen zu treffen. Behutsam und abwechslungsreich führten unsere Teamer durch diese anspruchsvollen Themen, die besonders für junge Menschen vor dem Schulabschluss eine große Bedeutung haben. Die dabei gewonnenen Gedanken zum eigenen Lebensentwurf mündeten am letzten Tag in einem „Brief an mich selbst“, der den Schülerinnen und Schülern in einem Jahr, also kurz nach ihrem Abitur, zugesandt werden wird. In der Feedbackrunde wurde die Hoffnung genannt, mithilfe der neuen Erkenntnisse die nächsten Lebensschritte besser gestalten zu können.
Zum Abschluss kehrten wir in das uns vertraute Schlüchterner Kloster zurück, das heute die Heimat unserer Schule ist. Dort, wo schon bald die Planungen für die Orientierungstage der nächsten Jahrgangsstufe 12 beginnen, endete unsere gemeinsame Reise.
Text und Fotos: OStR’n Sabine Groher
Religion und Französisch

