Herzliche Verabschiedung von Herrn OStR Rainer Pfannenschmidt
Zum Ende des Schuljahres verabschiedete sich Rainer Pfannenschmidt in den wohlverdienten Ruhestand. Über Jahrzehnte hat er unsere Schulgemeinde geprägt – als engagierter Pädagoge, verlässlicher Kollege und vor allem als Mensch mit Haltung.
Biografisches
Rainer Pfannenschmidt, Jahrgang 1960, studierte Mathematik und Sozialkunde an der Goethe-Universität Frankfurt. Sein Examen schloss er mit dem Prädikat „sehr gut, mit Auszeichnung“ ab. Nach dem Referendariat am Studienseminar Frankfurt führten ihn verschiedene berufliche Stationen unter anderem zum Deutschen Rundfunkarchiv, ans Hessenkolleg und an die Gutenbergschule in Wiesbaden. Von 1992 bis 2000 unterrichtete er am Franziskanergymnasium Kreuzburg in Großkrotzenburg, bevor er im Jahr 2000 als Studienrat ans Ulrich-von-Hutten-Gymnasium wechselte.
Hier war Rainer Pfannenschmidt weit mehr als „nur“ Lehrer. Wiederholt übernahm er zusätzliche Aufgaben und Mehrarbeit, engagierte sich bei der Aufgabengewinnung für das Landesabitur und im Vertrieb des Jahrbuchs, wirkte im Personalrat mit und bildete sich kontinuierlich und umfassend fort.
2019 wurde er zum Oberstudienrat befördert. Damit übernahm er zusätzliche Verantwortung für die Unterrichtsorganisation und Schulentwicklung sowie für die Schulgirokonten und die Zusammenarbeit mit der Stiftung des UvH. Was all diese Aufgaben miteinander verband, war seine besondere Art zu arbeiten: verlässlich, genau und zugewandt.
„Zimmer frei!“

Respektvoll in der Begegnung

Haltung, die man vorlebt
Bei der Verabschiedungsfeier im Klosterinnenhof wurde der Beutelsbacher Konsens als pädagogischer Kompass von Rainer Pfannenschmidt hervorgehoben. Keine Indoktrination, kontroverse Themen ausgewogen darstellen und Schülerinnen und Schüler dazu befähigen, sich ein eigenes und begründetes Urteil zu bilden – diese Grundsätze waren für ihn nicht bloß theoretische Leitlinien.
Rainer Pfannenschmidt hat sie gelehrt und gelebt: ruhig im Ton, präzise in der Sache und respektvoll in der Begegnung. Auch im Kollegium zeigte sich diese Haltung. Nie sprach er schlecht über Mitglieder der Schulgemeinde. Wo Kritik notwendig war, blieb sie abwägend, differenziert und von dem Bemühen geprägt, die Perspektive des anderen zu verstehen. Eine Haltung, die Respekt verdient und die weit über den Unterricht hinauswirkte.
Hieran knüpfte auch Schulleiter Thomas Röder-Muhl an, der in Anlehnung an die frühere Fernsehsendung „Zimmer frei!“ die Frage aufwarf, ob man Rainer Pfannenschmidt bedenkenlos ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft anbieten könne – eine Frage, die die anwesenden Gäste mit großer Einmütigkeit bejahten.
Wenn die Arbeitszeit das Ende des Definitionsbereichs erreicht
Dass ein Mathematiker auch seinen eigenen Ruhestand mathematisch betrachten kann, bewies die Fachschaft Mathematik bei der Verabschiedung mit einem Augenzwinkern: Seine Arbeitszeit erreiche nun „das Ende ihres Definitionsbereichs“, die „Kreidezeit“ gehe zu Ende, während die Freizeit „exponentiell“ wachse und der Stress „gegen null“ gehe.
Die Fachschaft Politik und Wirtschaft näherte sich dem Lehrerleben dagegen kulinarisch und verglich es mit Spaghetti alla Puttanesca: Viele Zutaten, die gemeinsam für die richtige Würze sorgen – wobei eine Zutat auf keinen Fall fehlen durfte: die glatte Petersilie, die zum Schluss frisch darübergestreut wird. Sie stand sinnbildlich für die Lebendigkeit, die sich Rainer Pfannenschmidt auch außerhalb der Schule bewahrt hat – bei Wanderungen und Musikkonzerten.
Zum persönlichen „dolce vita“ gehören für ihn vor allem seine Frau, seine Kinder und Geschwister sowie Freundinnen, Freunde und Kolleginnen und Kollegen. Sie alle, so das Bild der Fachschaft, runden das Leben ab – „wie ein guter Espresso“.



Was bleibt
Nach mehr als zwei Jahrzehnten am UvH und vielen Jahren im Schuldienst bleiben vor allem Dankbarkeit und Verbundenheit. Rainer Pfannenschmidt hat unsere Schule mit seiner fachlichen Kompetenz, seinem Engagement und seiner besonderen menschlichen Haltung bereichert.
Er hat Verantwortung übernommen, ohne sich in den Vordergrund zu stellen, und sich für die Schulgemeinschaft eingesetzt, ohne viel Aufhebens darum zu machen. Seine besonnene Art wird uns ebenso in Erinnerung bleiben wie sein trockener Humor und seine Verlässlichkeit.
Lieber Rainer,
du wirst uns als geschätzter Kollege und liebenswerter Mensch sehr fehlen. Für deinen neuen Lebensabschnitt wünschen wir dir von Herzen Gesundheit, Freude, viel Zeit für die Menschen, die dir wichtig sind, und unzählige erfüllte Momente – beim Wandern, bei Konzerten und natürlich bei allem, was das Leben außerhalb der Schule nun für dich bereithält.
Fotos: StR Bernd Jonas
Text: StD Thomas Schreiber (FB III), mit Gedanken der beiden Fachvorsitzenden
OStR’n Gaby Stepan, Politik und Wirtschaft und StR’n Stephanie Waber, Mathematik

